Messemagazin 2026

COPARTS | PROFI SERVICE TAGE 2026 | 69 TREND VON MORGEN COPARTS 2026 Es kommt Dampf auf die Dämpfer! Stoßdämpfer auf dem Prüfstand: Ist Ihre Werkstatt bereit für die HU von morgen? Heute schlau machen, planen und investieren – morgen HU-fähig bleiben Die Hauptuntersuchung entwickelt sich weiter – und mit ihr die Anforderungen an Werkstätten. Eine mögliche Neuerung betrifft ausgerechnet eine Komponente, die heute bei der HU zwar begutachtet, aber nicht standardmäßig auf ihre tatsächliche Wirkung geprüft wird: den Stoßdämpfer. Für freie Werkstätten heißt es deshalb schon jetzt: Entwicklungen verfolgen und bei Investitionen die HU von morgen mitdenken. Ein prüfender Blick auf Befestigung, Beschädigungen oder Undichtigkeiten: Stoßdämpfer sind bereits heute Bestandteil der Hauptuntersuchung. Eine standardisierte Messung ihrer tatsächlichen Dämpfungswirkung auf einem Prüfstand gehört in Deutschland dagegen nicht generell zum HUProgramm. Das könnte sich in den kommenden Jahren ändern. Hintergrund ist die von der EU-Kommission angestoßene Reform der europäischen Vorschriften zur technischen Fahrzeugüberwachung. Im Rahmen des sogenannten „Roadworthiness Package“ soll die HU an moderne Fahrzeugtechnik angepasst und europaweit stärker harmonisiert werden. Dabei steht auch eine weitergehende Funktionsprüfung des Fahrwerks auf der Agenda. In der Folgenabschätzung der EU-Kommission wird ausdrücklich die Prüfung der Dämpfungswirkung von Stoßdämpfern genannt. Prüfstellen könnten dafür künftig entsprechende „Suspension Tester“ benötigen. Noch ist allerdings nichts endgültig beschlossen. Der EU-Vorschlag befindet sich im Gesetzgebungsverfahren. Bis daraus konkrete Vorgaben für die deutsche Hauptuntersuchung entstehen, müssen die europäischen Regelungen verabschiedet, technische Details festgelegt und anschließend in nationales Recht umgesetzt werden. Ein Inkrafttreten entsprechender Anforderungen in Deutschland wäre daher frühestens gegen Ende dieses Jahrzehnts denkbar. Je nach Verlauf des europäischen Gesetzgebungsverfahrens erscheint ein Zeitraum um 2029 bis Anfang der 2030er-Jahre möglich. Einen verbindlichen Einführungstermin gibt es derzeit jedoch nicht. Für freie Werkstätten ist das trotzdem mehr als Zukunftsmusik. Schließlich ist die HU für viele Betriebe ein wichtiger Kundenkontakt. Wer Fahrzeuge zur Hauptuntersuchung im eigenen Haus vorführt, möchte diesen Service auch morgen anbieten können. Bei Neubau, Umbau oder der Modernisierung der Prüftechnik lohnt es sich deshalb, die Entwicklung bereits heute im Blick zu behalten. Das bedeutet nicht, vorschnell einen neuen Stoßdämpferprüfstand zu bestellen. Noch ist beispielsweise offen, welche Prüfmethode und welche technischen Anforderungen am Ende verbindlich werden. Eine heutige Investition ist damit nicht automatisch eine Garantie für die künftige HU-Tauglichkeit. Es gilt: Dran bleiben. Informieren Sie sich über die weitere Gesetzgebung und berücksichtigen Sie mögliche neue Prüfanforderungen bei der Werkstattplanung. Wer ohnehin in Prüfstraße, Bremsenprüfstand oder Fahrwerkdiagnose investiert, sollte Erweiterungsmöglichkeiten mitdenken und mit seinem Ausrüster über die Zukunftsfähigkeit der Technik sprechen. Denn eines ist sicher: Die HU von morgen wird digitaler, anspruchsvoller und technisch umfangreicher. Wer heute richtig plant, sorgt dafür, dass die HU auch künftig in der eigenen Werkstatt stattfindet – und nicht beim Wettbewerb. AI

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